Frauen*rechte in Polen

Stell dir vor…

…du bist homosexuell und lebst in einem Land, in dem 48 Prozent aller Menschen deine Sexualität ablehnen.

…du gehst zur Schule und anstelle von Sexualkundeunterricht wird dir vom Priester erzählt, du sollst mindestens drei Kinder zur Welt bringen.

…du setzt dich für Frauenrechte in Polen ein und wirst vom Staat systematisch daran gehindert…

Mit einer Phantasiereise, die in Polen bittere Realität ist, starteten wir am Abend des 20. März in Neubrandenburg unsere Infoveranstaltung zur aktuellen Lage der Rechte von FLTI* (FrauenLesbenTransInter*) in Polen. Vier junge Frauen und ich haben den diesjährigen internationalen Frauen*tag als Anlass genommen, um nach Szczecin in Polen zu fahren. Am 7. und 8. März trafen wir dort polnische Aktivist*innen, mit denen wir über ihren zivilgesellschaftlichen Protest gegen die Einschränkung von Frauen*rechten diskutierten. Wir besuchten zudem das gerade im Entstehen begriffene Frauenzentrum “Kollektiv”, das Herzstück einer Stettiner Frauenrechte-Organisation und zukünftiger Treffpunkt und Arbeitsraum für feministische Gruppen.

Im Rahmen unserer Infoveranstaltung erzählten die Jugendlichen auch von der Historie der schwarzen Proteste von Frauen* (und Männern*) in Polen, die gegen ein Abtreibungsverbotsgesetz der rechtskonservativen Regierungspartei PiS in den letzten 1,5 Jahren auf die Straße gegangen sind. An den Bericht über unsere Exkursion schloss sich eine spannende Diskussion an. Was bedeutet die politische Lage in Polen und die massive Einschränkung von Frauen*rechten und das Recht auf Selbsbestimmung für Menschen in Dtl? Wie können wir solidarisch mit Frauen* in Polen sein? Und wieso unterstützen so viele junge Menschen die PiS-Partei? 20 Menschen suchten Antworten auf diese Fragen – und gingen mit vielen offenen nach Hause.

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