Planlos? Plan los! in Schwerin

Am 3. März 2018 haben wir eine Veranstaltung zum Dialog mit Neuzugewanderten in Schwerin in den Räumen des UNA e.V., Ziolkowskistr.16A, 19063 Schwerin durchgeführt.

Mitwirkende waren:
Landeshauptstadt Schwerin, Fachstelle Integration, Dimitri Avramenkow, Ulrike Just, Schweriner Jugendring e.V., Regina Dorfmann, Geneviève Braune (Beteiligungswerkstatt), Landesjugendring MV e.V., Reinhold Uhlmann, Leonie Koll, AWO Treffpunkt Deja vu, Frank Piskulski, Ma’an-Miteinander e.V., Rama Akid, Internationaler Bund Mandy Bösler

Anwesend waren 17 Teilnehmende. Nach der offiziellen Begrüßung und der Einführung in den Nachmittag durch die Tagesmoderator/innen durften sie sich erst mal mit einigen Spielen zum Kennenlernen ein wenig näher kommen. Besonders spannend waren die Fragen, wer denn schon am längsten in Schwerin ist und wer wie viele Sprachen spricht. Da war so einiges an Sprachkompetenz im Raum. Danach ging es in die Fragerunde. Die Teilnehmenden waren dazu aufgefordert, sich mit drei Fragen zu beschäftigen:

• Was gefällt dir in Schwerin?
• Welche Angebote fehlen dir?
• Welche Ideen hast du?

Im Anschluss an das Zusammentragen der Antworten und der Möglichkeit Nachfragen zu stellen, gab es eine wohlverdiente Pause und für alle ein leckeres Essen aus dem Café Dar.

In der Diskussionsphase waren die Teilnehmenden dazu eingeladen, sich an drei Thementischen über ihre Gedanken und Ideen auszutauschen:
Freizeit
Bildung
Sonstige Anliegen

An jedem Thementisch gab es Tischmoderator/innen, die die Gedanken festhielten.
Nach 20-25 Minuten hatten die Teilnehmenden dann jeweils die Gelegenheit, den Tisch zu wechseln, so dass jede/r die Möglichkeit hatte, zu jedem Thema mit zu diskutieren. An allen Tischen wurde engagiert diskutiert, zum Teil in mehreren Sprachen.

Die Tischmoderator/innen stellten im Anschluss die wichtigsten Gedanken vor:

Freizeit – was wurde sich gewünscht?
ein Welcome-Center, in dem viele Fragen und Themen an einem Ort bearbeitet werden können
Musikunterricht (vor allem Gitarre), der auch für Bezieher von Sozialleistungen finanzierbar ist
Interkulturelle Kochprojekte
Sport- und Schwimmangebote nur für Frauen
Möglichkeiten, kostengünstig Sport zu treiben
Räume, um sich zu treffen

Bildung – hier gab es folgende Inhalte
Langwierigkeit im Erreichen, bzw. Anerkennen von Bildungsabschlüssen
Es fehlt noch an Kontaktmöglichkeiten zwischen Unternehmen und Neuzugewanderten
Es werden Ideen gebraucht, um Berührungsängste abzubauen
Für junge Frauen ist unter Umständen das Kopftuch hinderlich – hier braucht es Aufklärung und Begegnungen.

Weitere Themen
An diesem Diskussionstisch ging es vielfach um das Thema Arbeit und Integration. Wie können die neuen Bürger/innen gut in der aufnehmenden Gesellschaft ankommen, wie kann man Patenschaften, Praktika und Jobmentoring verstärken und mehr Begegnungen zwischen Einheimischen und Zugewanderten schaffen?

Zum Abschluss bedankten sich Organisator/innen und Teilnehmende gegenseitig beieinander für den anregenden Nachmittag.

Wie geht es weiter?

Einige Fragen konnten direkt beantwortet werden:

• Musikunterricht wird angeboten beim Verein Kuljugin e.V., der seine Räume im bus stop hat.
• Für den Bereich Sport gibt es einen neuen Sportkoordinator, der sich verstärkt darum bemühen soll, die Angebote des Breitensports in Schwerin bei den Zugewanderten bekannt zu machen. Die Kontakte können in der Fachstelle Integration erfragt werden.
• Räume für Jugendliche stehen in den offenen Treffs zur Verfügung, z.B. im Deja vu oder im bus stop oder selbst verwaltet im Komplex in der Innenstadt. Adressen und Kontakte gibt es beim Schweriner Jugendring e.V.

Für spezielle Angebote für Frauen wird sich das Organisations-Team mit dem Schweriner Frauenbündnis und der Gleichstellungsbeauftragten verständigen, um mögliche Kooperationen zu erwirken.

Und der Landesjugendring MV e.V. wird noch in diesem Jahr eine Informationsveranstaltung zum Grundgesetz anbieten, die das Thema für Jugendliche aller Nationen interessant vermitteln soll. Die Ergebnisse des Nachmittags werden dem Netzwerk Migration auf seiner Frühjahrstagung vorgestellt. Es ist angedacht, dass es im nächsten Jahr eine Folgeveranstaltung geben wird.

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