Internationaler Tag der Kinderrechte

Heute vor 31 Jahren, am 20. November 1989, wurde die UN-Kinderrechtskonvention (CRC) verabschiedet. Es hat sich in den vergangenen Jahren diesbezüglich einiges getan, jedoch gilt es nach wie vor für die Rechte der Kinder und Jugendlichen einzustehen und sich für die Umsetzung dieser einzusetzen.

Ich möchte mich in diesem Blogartikel kurz mit Artikel 12 auseinandersetzen: Dieser beschäftigt sich mit der Meinung des Kindes. Anders als in Artikel 13 geht es hier um Partizipation, also Teilhabe und Beteiligung. Das Recht auf angemessene, dem Alter und der Entwicklung entsprechende Einbeziehung der Meinung und somit Beteiligung an Prozessen „in allen das Kind berührenden Angelegenheiten”, sind hierdurch festgelegt. Die Frage, welche sich eventuell auch Ihnen gerade aufdrängt ist folgende: “Wo beginnen diese Angelegenheiten und wo hören diese auf? Wie genau definieren wir die besagte Fähigkeit?”

Artikel 12 CRC
(1) Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.

(2) Zu diesem Zweck wird dem Kind insbesondere Gelegenheit gegeben, in allen das Kind berührenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden.

Klickt man sich auf der suche nach Antworten durch das Netz, so wird schnell klar, dass sich diese Frage als Sysiphos Aufgabe entpuppt. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch immer wieder auf, wie sehr sich Kinder und Jugendliche mit Fragen auseinandersetzen, die deutlich komplexere Themen beinhalten.

Im Kreisgebiet Nordwestmecklenburg, genauer gesagt in der “Wiege des Landes” oder auch “Dorf Mecklenburg” genannt, gibt es einen Jugendbeirat. Dieser ist sehr aktiv und motiviert im Gespräch mit der Gemeinde. In der Hansestadt Wismar gibt es ein Kinder- und Jugendparlament, welche sich monatlich in Sitzungen austauschen und über aktuelle Themen beraten und sich einbringen. In Warin einen Kinder- und Jugendrat, um einmal Beispiele aus Nordwestmecklenburg zu nennen. Alle zusammen sind durch den Jugendrat NWM vereint. Jahr für Jahr gibt es neue Beteiligungsprojekte, welche uns Erwachsenen zeigen, dass Kinder- und Jugendbeteiligung gewünscht ist und funktionieren kann.

Beteiligung kann bereits bei der Gestaltung in der KiTa oder in der Schule anfangen. Das ist nach meiner Meinung die Grundsteinlegung demokratischen Denkens und Handelns. Auf kommunaler Ebene kann dies zum Beispiel bereits bei der Mitgestaltung eines Kinderspielplatzes anfangen. Im eigenen Elternhaus fängt es bereits bei der Wahl und Mitbestimmung des Mittagessens an oder bei einer gemeinsamen Freizeitgestaltung.

Mitsprache ist Demokratie ebenso umgekehrt.

Im Laufe der Zeit bemerkte ich, dass unsere Kinder und Jugendlichen durchaus über zahlreiche Kompetenzen zur Mitbestimmung verfügen; meist sogar in höherer Form als wir es ihnen zutrauen. In den meisten Fällen muss man nur über seinen eigenen Schatten springen und gezielt nach der Meinung fragen. Versuchen Sie es und Sie werden merken, dass es zum einen leichter ist als man denkt und zum anderen enorme Ergebnisse in allen Bereichen des gemeinsamen Miteinanders hervorbringen kann…

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